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Stadtstrategie 2024

Die kantonalen Liegenschaften für Bildung und Kultur in der Stadt St.Gallen sollen strategisch geplant und erweitert werden.

Die Stadt gehört auch dem Kanton
– für eine zukunftsgerichtete Immobilienstrategie

Die Stadt St.Gallen ist die Hauptstadt des Kantons St.Gallen. Gerne geht umgekehrt vergessen, dass der Kanton eine starke Präsenz in der Stadt hat: Er ist einer der wichtigsten Immobilienbesitzer überhaupt und verfügt über Liegenschaften an Standorten, die städtebaulich von Bedeutung sind. Da sind das Regierungs- und Parlamentsgebäude in der Pfalz, die Hauptpost mit der Bibliothek am Bahnhof oder das Theater St.Gallen, das nach einer erfolgreichen Abstimmung demnächst saniert werden kann. Zu nennen sind auch die Bildungsinstitutionen, von der Kantonsschule über die Berufsschulen bis zur Universität, die nun ins Tal, ans Platztor, herunter steigt. Und nicht zuletzt gibt es mehrere Verwaltungsgebäude, verteilt über die ganze Stadt.

In verschiedenen kantonalen Gebäuden kommt es kurz- und mittelfristig zu Veränderungen hinsichtlich der Nutzung. Die SP ist überzeugt, dass es eine aktive Strategie braucht. Eine Strategie dazu, was in Zukunft in welchem Gebäude stattfinden soll. Zentral ist, dass diese Strategie neben den kantonalen auch die städtischen Bauten miteinbezieht. So können Chancen für die künftige Stadtentwicklung erkannt und genutzt werden.

Grundsätzlich ist es zu begrüssen, wenn die öffentliche Hand Immobilien besitzt, ob das der Kanton oder die Stadt ist. Zum einen können bei Mietverhältnissen wegen der Immobilienspekulation die Kosten für die Allgemeinheit plötztlich explodieren. Zum anderen ist so eine aktive Politik für eine möglichst lebendige, vielfältige Stadt möglich.

Vom Zeughaus bis zur Notrufzentrale – um diese Immobilien geht es

Die wichtigste Bewegung bei den Nutzungen geschieht im Bereich der Sicherheit und Justiz: Im Westen der Stadt soll ein neues Verwaltungszentrum entstehen. Es ergibt deshalb Sinn zu ermitteln, wieviel Platz die Sicherheitsorganisationen und die Gerichte künftig noch in der Innenstadt brauchen. Dies betrifft die Polizei, den Zivilschutz und das Militär, ebenso die Justiz mit der Staatsanwaltschaft und den Untersuchungsgefängnissen. 

Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Zeughaus, das derzeit insbesondere vom Amt für Militär und Zivilschutz genutzt wird. Mit seiner Nähe zum Bahnhof, der Fachhochschule, den kulturellen Institutionen und dem lebendigen Lachen-Quartier könnte es sich lohnen, dieses Gebäude «freizuspielen». Zudem liegt das Gebäude am Rand der bei der Stadtbevölkerung beliebten Kreuzbleiche. 

Ebenfalls bald frei werden könnten die Gebäude der Polizei an der Moosbruggstrasse 11 sowie die Notrufzentrale: ein kleiner, aber dank der Architektur von Santiago Calatrava wertvoller Raum. Ins neue Verwaltungsgebäude kommt auch die Staatsanwaltschaft, die sich an der  Schützengasse 1 befindet. Denkbar wäre auch ein neuer Standort der Kantons- und Kreisgerichte, die heute im Stiftsbezirk bzw. am Bohl sind. 

Weiter stellt sich die Frage, was mit der Hauptpost geschieht, wenn die Bibliothek im Uniongebäude am Blumenmarkt untergebracht wird. Auch in der Vadiana wird Platz frei und auch das Staatsarchiv braucht dringend neue Räume. 

Ein Workshop macht den Anfang – offen für die Bevölkerung

Angesichts der zahlreichen Umnutzungspläne geht es letztlich um die Frage, welche Nutzungen wo am sinnvollsten untergebracht werden – und mit welchen Ideen bestehende Räume zu neuem Leben erweckt werden können. Dazu braucht es eine Übersicht über alle laufenden Projekte sowie eine Diskussion, die sie zusammenbringt. Auch stellt sich die Frage, wo sich für Kanton und Stadt über „Landabtausch“ neue Möglichkeiten eröffnen.

Die SP lädt deshalb zu einem Workshop, der geleitet wird von Bettina Surber und Peter Olibet. Bettina Surber kennt als Co-Fraktionschefin der SP-Grünen im Kantonsrat die Vorstellungen seitens des Kantons aus erster Hand. Peter Olibet hat als Präsident der Stadtpartei den Überblick über die Bedürfnisse der Stadt.

Die Bevölkerung ist dazu eingeladen, sich am Workshop selbst ein Bild zu machen und mitzudiskutieren. Im besten Fall entsteht daraus eine Stadtstrategie 2024. Der Name wurde deshalb gewählt, weil die kommende Legislatur des Kantonsrates bis zu diesem Jahr dauern wird. Eine Legislatur, in der es gerade in baulicher Hinsicht wichtig ist, dass die Anliegen der Stadt im Kanton Gehör finden und ernst genommen werden. Andere Regionen machen beim Kanton Druck für ihre Anliegen: machen wir es als Hauptstadt auch!

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